Glossar

ABCDEFGHJKLPQ – ST – Z

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A

  • Agile Coach: „Agile Coach“ ist ein besonders verwaschener Begriff, der oft eines von zwei Dingen meint. Manchmal wird er als Unterschied zum Scrum Master verwendet und soll ausdrücken, dass die Rolle sich neben den Team- und Prozess-Aufgaben darum kümmert Kollegen persönlich weiterzuentwickeln und evtl. die Organisation als Ganze. Manchmal wird er verallgemeinernd verwendet als Oberbegriff für Scrum Master und die analoge Rolle im Kanban-Prozess und soll ausdrücken, dass der Inhaber der Rolle beide Arten von Vorgehensmodellen begleiten kann.
  • Agiles Manifest: Das agile Manifest bildet das theoretische Fundament aller agilen Vorgehen. 2001 veröffentlichten 17 renommierte Softwareentwickler folgende Paradigmen (http://www.agilemanifesto.org/):

Wir erschließen bessere Wege, Software zu entwickeln, indem wir es selbst tun und anderen dabei helfen. Durch diese Tätigkeit haben wir diese Werte zu schätzen gelernt:

  • Individuen und Interaktionen mehr als Prozesse und Werkzeuge
  • Funktionsfähige Produkte mehr als ausgedehnte Dokumentation
  • Zusammenarbeit mit dem Kunden  mehr als Vertragsverhandlungen
  • Eingehen auf Änderungen mehr als das Befolgen eines Plans

Das heißt, obwohl wir die Werte auf der rechten Seite wichtig finden, schätzen wir die Werte auf der linken Seite höher ein.

  • Agiles Vorgehen: Unter agilem Vorgehen versteht man Methodiken, die auf große Vorabplanung der Durchführung (nicht der Inhalte) eines Projektes verzichten. Dies geschieht in Anerkennung der Tatsache, dass während der Umsetzung häufige Änderungen der Umwelt, der Voraussetzungen oder der Ziele eines Projektes solch eine Planung meist wertlos machen. Statt dessen setzen agile Ansätze darauf, so schnell wie möglich den kleinstmöglichen sinnvollen Teil des Projektes umzusetzen, davon zu lernen und mit diesem Wissen den nächsten sinnvollen Teil umzusetzen. Beispiele für agile Vorgehensmethoden sind etwa Scrum oder Kanban.

B

  • Big-bang: Ein Vorhaben im Modus „Big-bang“ umzusetzen bedeutet zu einem Zeitpunkt alle Änderungen gleichzeitig durchzuführen, anstatt beispielsweise iterativ einzelne Schritte umzusetzen und danach die jeweils nächsten. Big-bang ist tendenziell eher unagil, da es das Lernen aus Erfahrungen nicht ermöglicht, aber manchmal ist solch ein Vorgehen unvermeidlich.
  • Bottom-up: Eine Entscheidung betrifft in der Regel Mitarbeiter auf verschiedenen Hierarchiestufen des Unternehmens. Wenn sie von denen getroffen wird, die hierbei auf den eher niedrigen Hierarchiestufen stehen, wird sie als bottom-up bezeichnet. Vergleiche dazu: top-down.
  • Business Case: Ein Business Case ist die Prognose eines geschäftlichen Szenarios hinsichtlich seiner Kosten, Nutzen und Risiken. Typischerweise werden damit Geschäftsmodell-Erweiterungen oder zu startende Projekte bewertet.

C

  • C-Level:Sammelbezeichnung für das Top-Management einer Unternehmung, nämlich die Positionen der CxO, also Chief Executive Officer (CEO), Chief Operating Officer (COO), Chief Financial Officer (CFO), Chief Information Officer (CIO), Chief Technology Officer (CTO), Chief Product Officer (CPO) und so weiter.

D

E

  • Employer Branding: Employer Branding meint alle Aktivitäten oder auch deren Ergebnis um eine Unternehmung als attraktiven Arbeitgeber zu platzieren, quasi als „Arbeitgebermarke“ aufzubauen. Siehe dazu Wikipedia.
  • Entwicklungsgespräch: Auch Mitarbeitergespräch genannt, ist ein Gespräch zwischen Mitarbeiter und Führungskraft, das regelmäßig in größeren Abständen (vielleicht zweimal pro Jahr) stattfinden sollte. Dort geben sich beide Feedback zur zurückliegenden Arbeit, reflektieren die Zusammenarbeit, sprechen über die weitere Entwicklung des Mitarbeiters und vereinbaren die Zielrichtung und Maßnahmen zur weiteren Entwicklung des Mitarbeiters.

F

  • Festpreis: Abrechnungsart für eine Leistung, bei der die Höhe der Vergütung vorab vereinbart wird. Gegensatz dazu ist die Abrechnung nach tatsächlichem Aufwand.

G

  • Gewerk: Der Begriff „Gewerk“ charakterisiert eine Art von vertraglich geschuldeten Leistungen, z. B. von einem Dienstleister. Beim Gewerk ist immer der Erfolg geschuldet, d. h. das fertige Werk. Der Gegensatz dazu ist die Dienstleistung. Hier wird nur die Bemühung geschuldet, nicht das Ergebnis. Beides ist streng zu unterscheiden von der Abrechnungsart, z. B. als Festpreis. So gibt es Dienstleistungsverträge, die zum Festpreis abgerechnet werden, und Gewerke, die nach Aufwand abgerechnet werden.

H

  • Human Resources (HR): Auch als „Personalabteilung“ bekannt ist die Abteilung einer Unternehmung, die sich um die Mitarbeiter im Großen kümmert. Zu den Aufgabenbereichen sollten zählen: Employer Branding, Recruiting, Mitarbeiterbetreuung sowohl administrativ als auch inhaltlich, Eskalations- und Vertrauensinstanz bei Problemen zwischen Mitarbeiter und Führungskraft, Mitarbeiterentwicklung (Weiterbildung, Entwicklungsmodelle und -möglichkeiten), Entwicklung der Aufbauorganisation, Firmenkultur und evtl. interne Kommunikation.

J

  • Jobsharing: Ist ein Arbeitsmodell, in dem sich normalerweise zwei Menschen eine Arbeitsstelle teilen. Dadurch können beide in Teilzeit arbeiten, es wird aber eine – häufig als Vollzeit geplante – Stelle im Unternehmen besetzt. Beide Mitarbeiter müssen sich gut koordinieren, bringen aber auch breitere Kompetenzen für die Stelle ein. Ein Vorreiter von Jobsharing ist Tandemploy, die dieses Modell auch als Personaldienstleistung an Firmen vermitteln.

K

  • Kanban: Kanban ist eine agiles Vorgehensmodell in der Softwareentwicklung (streng genommen heißt es Scrumban). Im Unterschied zu Scrum gibt es bei Kanban keine Iterationen, sondern Aufgaben werden kontinuierlich vom Team bearbeitet. Kanban hat das Ziel die Menge gleichzeitig begonnener Arbeit zu begrenzen, Engpässe im Arbeitsfluss sichtbar zu machen und dadurch insgesamt die Durchlaufzeiten von Arbeitspaketen zu verringern. Weitere Informationen gibt es u. a. bei Wikipedia.
  • Karrierepfad: Ein Karrierepfad ist eine durch die Unternehmung vorgegebene Abfolge von Titeln, die man bei Beförderungen verliehen bekommt. Ein einfaches Beispiel sind die Abstufungen Junior-, Professional- und Senior-Irgendwas. Ursprünglich sind Karrierepfade als Instrument zur Mitarbeiter-Einschätzung und -entwicklung gedacht. Siehe auch Wikipedia.
  • Klassisches Projektmanagement: Mit klassischem Projektmanagement sind hier nicht-agile Methoden des Projektmanagements gemeint, wie Wasserfall-Modelle, ein PMBOK-Ansatz oder vergleichbare Methoden, die vor allem auf viel Vorausplanung setzen und Anpassungen am „Projektplan“ eher als Ausnahme denn als Regel verstehen.
  • Kollegiale Fallberatung: Die kollegiale Fallberatung ist ein Instrument zur Entwicklung von Mitarbeitern, das insbesondere gut geeignet ist für die Reflektion von Führungsaufgaben. Hierfür kommt eine Gruppe von Mitarbeitern zusammen, die nicht direkt zusammen arbeiten müssen. Einer der Gruppe trägt in einem speziellen Ablauf eine aktuelle Herausforderung aus seiner Arbeitspraxis vor. Die anderen Teilnehmer reflektieren und diskutieren anschließend über den Fall. Die Idee dabei ist es neue Perspektiven auf die Herausforderung zu geben und damit bessere Lösungen zu entwickeln. Siehe dazu auch: kollegiale-beratung.de.
  • Konsensentscheid: Der Konsens ist die gängige demokratische Entscheidungsform. Um eine Entscheidung zu treffen, müssen alle Mitwirkenden sie mittragen. Der Vorteil ist eine breite Unterstützung einer derart getroffenen Entscheidung. Der Nachteil liegt darin, dass eine Entscheidung häufig nur nach sehr langer Diskussion oder mit so weitreichenden Kompromissen getroffen werden kann, dass sie nicht effektiv ist. Eine Alternative ist der Konsententscheid.
  • Konsententscheid: Ein Konsententscheid erfordert im Gegensatz zum Konsens keine aktive Zustimmung aller Mitwirkender. Eine Konsententscheidung gilt als getroffen, wenn alle Mitwirkenden die Entscheidung bejahen oder sich dazu neutral verhalten. Ist man gegen die Entscheidung, kann man ein Veto einlegen, muss dieses jedoch begründen und evtl. eine Alternative vorschlagen. Der Fokus eines Konsent liegt also im Gegensatz zum nicht darauf, möglichst breite Mehrheiten zu erzielen, sondern Einwände konstruktiv zu integrieren. Siehe dazu auch: Verbunden im Konsent – Was ist Soziokratie?

L

  • Lastenheft: In einem Lastenheft definiert ein Auftraggeber seine Anforderungen an die Lieferungen und Leistungen eines Dienstleisters. Es ist typischerweise Bestandteil des Vertrages. Das Pflichtenheft wird hingegen auf Grundlage des Lastenheftes vom Dienstleister erstellt und beschreibt die konkrete Lösung.
  • Lean: Unter „Lean Management“ oder „Lean Enterprise“ werden Ansätze subsummiert, die Prozesse und Organisation „schlank“ halten, d. h. so reduziert, dass sie schnell anpassbar bleiben und den Mitarbeitern bzw. der Unternehmung keine unnötigen und verlangsamenden Verhaltensweisen auferlegen. Vorbild ist das Toyota-Produktionssystem. Siehe auch Wikipedia.
  • Lean Startup: Die Methode „Lean Startup“ geht davon aus, dass eine (neu gegründete) Unternehmung die Bedürfnisse des Marktes, bzw. der Kunden nicht sicher kennen kann. Daher werden Hypothesen darüber formuliert und diese schnellstmöglich in minimaler Form umgesetzt um sie in der Realität validieren zu können. Aus den bestätigten oder widerlegten Hypothesen lernt die Unternehmung und entwickelt somit fortlaufend ein immer besseres Produkt. Siehe dazu auch: theleanstartup.com oder Harvard Business Manager

P

  • (Projekt-)Portfolio: Unter einem (Projekt-)Portfolio versteht man die Gesamtheit aller Projekte bzw. Vorhaben eines Unternehmens zu einem Zeitpunkt.
  • Portfolio-Planung: Die mittel- bis langfristige Priorisierung und Einplanung der umzusetzenden Vorhaben anhand einer Strategie.
  • Product Owner: Der Product Owner (PO) ist eine Rolle in Scrum, die man auch als Produkt- und Anforderungsmanager beschreiben könnte. Der Product Owner verantwortet die Entwicklung und den Erfolg des Produktes. Dazu gehören die kontinuierliche Entwicklung einer Produktvision, genauso wie das Erfassen der Anforderungen als Stories im Backlog und dessen Pflege. Er priorisiert die Stories für das Team, klärt Rückfragen und nimmt die Umsetzung am Ende formal ab.
  • Project Management Office: Ein Project Management Office (PMO) ist eine Stabsabteilung in einer Unternehmung, die sich um Projekte kümmert. Es ist oft eines von zwei Typen zu finden: Das schwache PMO bündelt Wissen zu Projektmanagementthemen und bietet dieses den Fachabteilungen, die Projekte durchführen, als  beratende Unterstützung an. Ein starkes PMO ist viel tiefer in die Projektmanagementthemen eingebunden. So entscheidet es über Projektanträge und gestaltet so das Projekt-Portfolio, stellt selbst die Projektmanager für Projekte oder kontrolliert zumindest die Fortschritte im Projekt unmittelbar.

Q

  • QA: QA steht für „Quality Assurance“, entspricht dem deutschen „QS“ für „Qualitätssicherung“ und meint Verfahren (oder auch manchmal die Mitarbeiter) um die Qualität eines Produktes systematisch im Entwicklungs- oder Produktionsprozess zu kontrollieren und zu verbessern.

S

  • SAFe-Framework: Das Scaled Agile Framework ist ein komplexes Modell um agile Entwicklung über viele Teams abzustimmen und zu integrieren. Es betrachtet die vier Ebenen Team, Programm, Value Stream und Portfolio.
  • Scrum: Scrum wurde geschaffen als eine sogenannte agile Projektmanagement-Methodik in der Software-Entwicklung. Scrum definiert verschiedene Rollen wie zum Beispiel Scrum Master, Product Owner und das Team, sowie einen iterativen Prozess. Zu Beginn jeder Iteration wählt das Team eine schaffbare Menge an Aufgaben und verpflichtet sich diese in der Iteration zu erledigen. Während der Iteration werden nur diese Aufgaben bearbeitet und somit störende Einflüsse vom Team ferngehalten. Weiterführende Informationen gibt es u. a. bei Wikipedia.
  • Scrum Master: Der Scrum Master  ist eine Rolle in Scrum, die sich allein um den Prozess kümmern soll. Der Scrum Master organisiert die Zeremonien und führt sie teilweise durch, hilft dem Team in der täglichen Arbeit durch das Beseitigen von Impediments (Hindernissen) und unterstützt es bei der kontinuierlichen Reflektion und Verbesserung der eigenen Arbeitsweisen.
  • Scrum of Scrums: Ein Scrum of Scrums ist eine zusätzliche agile Zeremonie, mittels derer sich mehrere parallel arbeitende agile Teams leichtgewichtig untereinander abstimmen können. Dazu entsendet jedes Team ein Teammitglied in eben jenes Scrum of Scrums, das vom Prinzip her einfach ein weiteres Daily Stand-up ist. Der Fokus liegt auf dem Austausch zu übergreifenden Themen bzw. unmittelbaren Schnittstellen der Teams untereinander.
  • Sprint: Mit „Sprint“ benennt Scrum eine Iteration, in der ein bestimmter Arbeitsumfang (Sprintziel) geplant wird. Ein Sprint dauert typischerweise wenige (2-3) Wochen.
  • Stand-up (auch „Daily Stand-up“ oder „Daily“): Tägliches Treffen aller Mitglieder eines agilen Teams – meist morgens/vormittags und tatsächlich im Kreis stehend. Innerhalb kürzester Zeit (typischerweise 15 Minuten) berichten alle Teammitglieder reihum, was sie seit dem letzten Stand-up geschafft haben, woran sie als nächstes arbeiten werden und was sie dabei gegebenenfalls behindert. Durch dieses Format soll das Team täglich in kürzester Zeit den vollen Überblick darüber bekommen, wer woran arbeitet, und kann erkennen wo Abstimmungs- und Unterstützungsbedarfe liegen.

T

  • Teammitglied: Scrum definiert die Rolle des Teammitglieds als Bezeichnung für die interdisziplinären Kollegen im Scrum-Team wie Entwickler, Architekt, UI-Designer, Tester  etc. Das Team agiert selbstorganisiert und ist gemeinschaftlich verantwortlich für das Erreichen der Sprintziele.
  • Top-down: Eine Entscheidung wird top-down genannt, wenn sie von in der Hierarchie höherstehenden Mitarbeitern getroffen wird, aber Auswirkungen auf die in der Hierarchie niedrigeren Mitarbeiter hat. Vergleiche dazu: bottom-up.

Z

  • Zeremonie: Elitärer Sammelbegriff für Prozess-Artefakte, d. h. bestimmte Bräuche, die agile Methoden mitbringen. Beispiele sind bestimmte Meeting-Formen wie das Daily Stand-up, Retrospektiven oder ähnliches.